Der Himmel auf Erden
Bewölkter Himmel

Himmel und Erde verbinden – ist nicht genau das unsere Aufgabe als Menschen auf diesem wundervollen Planeten? Der Adler erhebt sich stolz in die Lüfte, der Maulwurf buddelt unermüdlich seine verborgenen Gänge durchs Erdreich. Und wir? Wir Menschen haben die Gabe – und damit wohl auch die Auf-Gabe –, den Himmel auf Erden zu erleben. Sei es in Momenten höchster Freude oder auch tiefster Dankbarkeit.

Begegnungen mit Tieren können solche Momente für mich sein. Ich lausche dem durchdringenden Ruf des Turmfalken, bewundere die anmutige Wendigkeit seines Fluges. Und ich erhasche einen kurzen Blick auf die winzige Spitzmaus, bevor sie leise raschelnd im Laub verschwindet. Auch Pflanzenseelen sprechen zu mir. Die Legende vom Himmelschlüsselchen, das dem Petrus den Himmel aufsperrt, hat mich als Kind schon berührt. Im Wald, aber auch in meinem Garten flüstert es an manchen Tagen geheimnisvoll aus allen Ecken: „Hey, merkst du eigentlich, wie du herumzappelst? Fokussier dich mal, erde dich …“, höre ich zum Beispiel. Ertappt!

Wyda unterstützt mich ganz wunderbar dabei, mich zu erden und mit der Natur, mit dem Himmel, der Erde und allen Wesen in Beziehung zu treten. Beim Einatmen stelle ich mir vor, wie frische Energie von oben in mich einströmt, und ausatmend übergebe ich dankbar Altes und Verbrauchtes an die Erde, die es bereitwillig ableitet und transformiert. Ebenso versorgt mich umgekehrt Mutter Erde beim Einatmen liebevoll mit Kraft und Wärme, während ich hinderliche Gedanken, alte Denkmuster und Glaubenssätze in den Himmel ausatme und darauf vertraue, dass er sie für mich auflöst.

Eine symbolische Ausrichtung nach Osten, Süden, Westen und Norden findet sich in unterschiedlichen Traditionen und Kulturen. Als Ritual steht sie für die Zyklen des Lebens. Sie verbindet uns mit der Natur, der Erde und den Elementen, schafft einen geschützten Raum, bringt uns in Harmonie, hilft uns zu verstehen und lehrt uns Demut vor dem ewigen Kreislauf, der uns umgibt.

Dabei steht der Osten für den Sonnenaufgang, das Element Luft, den Frühling, Neuanfang und Inspiration. Im Süden erreicht die Sonne ihren Höchststand; Feuer, Sommer, Wachstum finden wir hier. Der Sonnenuntergang im Westen symbolisiert den Herbst, die Reife, das Erwachsenenalter; das Element Wasser ist hier vertreten. Der Norden schließlich steht für die Nacht, die Kälte, den Winter, aber auch für das Element Erde, für Ruhe und Weisheit.

Tages- und Jahreszeiten folgen einem immerwährenden Rhythmus, der uns Orientierung und Zuversicht schenkt. Auf jeden Abend folgt ein neuer Morgen, jedem Abschied wohnt der Zauber des Neubeginns inne, jedes Loslassen schafft Raum für Neues. Das einzig Beständige ist der Wandel, darauf können wir uns verlassen. Die Natur zeigt es uns jedes Jahr aufs Neue.

Wie auch immer uns der Himmel auf Erden auf dem Wyda-Weg, auf dem Weg durch den Schleier, begegnet – es ist immer wieder ein Wunder. Wie ein goldener Faden durchzieht mich ein strahlender Energiekanal, der vom Universum bis tief nach unten, zum Herzen von Mutter Erde reicht. Ich spüre die beruhigende Sicherheit meiner Wurzeln ebenso wie die freudige Leichtigkeit meiner Flügel. Was für ein Glück.

Text & Foto: Ursula Grablechner